Tutorial: Mit Photoshop mehr Tiefe in ein Foto bekommen

Tutorial: Mit Photoshop mehr Tiefe in ein Foto bekommen

Oder anders ausgedrückt – Wie kann ich mit Hilfe von Photoshop aus einem schlechten Foto noch etwas rausholen?

Ich habe die Tage aus purer Langeweile mal meine Sammlung an Fotos durchgesehen und dabei ein Bild gefunden das mir eigentlich gut gefiel.  Jedoch war es etwas unterbelichtet und wirkte sehr öde.

Das besagte Foto seht ihr hier:

kornfeld-photoshop-unbearbeitet

Unbearbeitete Version

Wie vermutlich jeder sofort erkennt ist dies eigentlich ein schlechtes Foto 😀

Doch ich wollte einfach mal sehn wie man ein vermeintlich schlechtes Foto retten kann. Und eins kann ich euch gleich zu Beginn sagen…es ist gar nicht so schwer!

Alles was ich dafür benötigt habe waren diese paar Ebenen.

kornfeld-photoshop-ebenen

Doch was genau hab ich da jetzt eigentlich gemacht? Ich will es ja nachvollziehbar halten also hier ne kleine Anleitung.

Als aller Erstes habe ich das ursprüngliche Bild in Camera Raw aufgehellt, den Kontrast + Dynamik erhöht und den Schwarz und Weiß Wert angepasst.

kornfeld-photoshop-camera-raw

Als Ergebnis erhalten wir ein schon etwas freundlicheres Foto mit dem sich arbeiten lässt.

Doch es ist immer noch sehr platt und wirkt sehr unspektakulär. Also hauen wir erstmal in Photoshop zwei Tonwertkorrekturen auf das Bild.

Die erste der Beiden Tonwertkorrekturen dunkelt den unteren Bereich des Bildes ab wodurch wir bereits einen Effekt erhalten als wären wir ein Stück weit näher am Kornfeld -> es wirkt quasi „greifbarer“.

Die Zweite Korrektur wenden wir auf den restlichen Teil des Kornfeldes und die Bäume im Hintergrund an.

Auch hier dunkeln wir das Bild etwas ab. Holen aber auch einige der Details heraus und erhalten schon mal einen etwas wärmeren Farbton.

Unser Foto sieht nun bereits so aus:

Was mir jetzt sofort auffällt ist dass der Himmel im Hintergrund fast komplett verschwunden ist. Ein paar leichte Wolken würden mir aber gefallen.

Dafür benötigen wir eine Kopie unseres Ausgangsbildes bzw. die bereits in Camera Raw bearbeitete Version. Da wir die Kopie in Camera Raw überarbeiten möchten können wir nicht einfach das Smartobjekt der Raw Datei duplizieren. Würden wir das tun und in der Kopie die Camera Raw Einstellungen bearbeiteten würde Photoshop die neuen Einstellungen automatisch auf unser ursprüngliches Smartobjekt anwenden. Das wollen wir natürlich nicht.

Also Rechtsklick auf das Smarkobjekt -> Neues Smartobjekt durch Kopie. Dadurch erhalten wir ein eigenständiges Smartobjekt an dem wir nun die Einstellungen so anpassen können wie wir wollen. Das tun wir jetzt auch und bearbeiten das Bild in Camera Raw so das wir einen schönen Himmel erhalten. Der Rest das Bildes ist hier egal denn wir passen das Smartobjekt durch eine Ebenenmaske so an das wir nur noch den Himmel davon sehen.

Jetzt brauchen wir noch eine kleine Tonwertkorrektur, nur für den Himmel, mit deren Hilfe wir ein paar Details mehr in den Wolken kriegen.

Alles schön und gut. Aber irgendetwas fehlt immer noch. Wie wäre es denn mit Gegenlicht? Das verleiht dem Bild zusätzliche Tiefe und sieht bei so einem Motiv immer gut aus.

Dafür erstellen wir einfach auf einer neuen Ebene mit einem sehr weichen Pinsel einen großen weißen Punkt. Diesen transformieren wir nun auf die passende Größe und schieben ihn nach oben links in die Ecke…Super.

Aber jetzt wirkt das Foto, durch das weiße Licht, etwas zu kühl. Also erstellen wir einen Beleuchtungseffekt in einem warmen Farbton (Ich habe mich hier für einen Orangeton entschieden). Um einen Beleuchtungseffekt erstellen zu können brauchen wir natürlich eine neue Ebene welche wir mit 50% Grau füllen (Bearbeiten -> Fläche füllen -> 50% Grau). Danach können wir unter Filter -> Renderfilter die Beleuchtungseffekte auswählen und dort unsere Einstellungen tätigen. Die Ebene bekommt den Mischmodus Ineinanderkopieren.

So sieht das Bild nun aus. Macht schon mal viel mehr her als das Original.

Ein paar kleine Anpassungen hätte ich aber noch. Erstmal zwei Tonwertkorrekturen. Eine hellt den Himmel etwas auf, die andere dunkelt das Kornfeld etwas ab.

Danach kommt noch eine Gradationskurve über das Foto wodurch es nochmal einen wärmeren Farbumfang erhält.

Das sind zwar nur leichte Anpassungen aber oft kommt es bei sowas auf die kleinen Details an. Dadurch wirkt das Foto lebendiger.

Als aller Letztes habe ich noch einen Blendenfleck eingefügt…wieder so ein kleines Detail 😉

Das Endergebnis könnt ihr ja ganz oben bestaunen. Wie ihr seht lässt sich auch mit schlechten Bildern, in Photoshop, noch etwas anfangen.